"Helfer mit Hintergedanken"

Stellungnahme des Bundesverbandes Selbsthilfe Lungenkrebs e.V.

"Helfer mit Hintergedanken" Stellungnahme des Bundesverbandes Selbsthilfe Lungenkrebs e.V.
Der Vorwurf, Selbsthilfegruppen seien aufgrund ihrer Verbindungen zur Pharmaindustrie nicht unabhängig, ist alt und wird immer wieder kontrovers diskutiert. Schon in dem 2010 erschienenen Buch "Patient im Visier-die neue Strategie der Pharmakonzerne" ist die Thematik kritisch beleuchtet worden. Gerade weil das Problem bekannt ist, kommt es darauf an, Pauschalurteile zu vermeiden und differenziert zu argumentieren.Der Bundesverband Selbsthilfe Lungenkrebs e.V. möchte sich deshalb gern aus seiner Sicht zur Thematik äußern. In Deutschland erkranken pro Jahr mehr als 50.000 Menschen neu an Lungenkrebs. Er ist nach Darm-, Prostata-und Brustkrebs eine weit verbreitete Krebserkrankung und statistisch betrachtet versterben von sechs Betroffenen fünf. Lungenkrebs stellt damit die häufigste zum Tode führende Krebserkrankung dar. Angesicht dieser deprimierenden Ausgangslage verwundert es nicht, dass jahrzehntelang keine Selbsthilfeaktionen für an Lungenkrebs erkrankte zustande kamen. Auch die zuständigen Fachgesellschaften wie z.B. die Deutsche Krebsgesellschaft oder die Deutsche Krebshilfe starteten keine Initiativen. Als Bundesverband Selbsthilfe Lungenkrebs e.V. stellen wir deshalb ausdrücklich fest: Ohne das Engagement großer Pharmakonzerne hätte sich die Lungenkrebs Selbsthilfe in Deutschland nicht weiter entwickeln können. Hat die Lungenkrebs Selbsthilfe damit ihre Unabhängigkeit verloren? Nein, wenn man die beschriebene Ausgangslage betrachtet, hat sie es nicht. Denn um es so deutlich zu sagen, wie es ist: Nur unter ökonomischen Aspekten sind Lungenkrebspatienten für die Pharmaindustrie weiterhin nur bedingt interessant. Sie sind eben häufig keine Patienten mit einer chronischen Langzeiterkrankung, im Gegenteil, die Überlebenszeiten bei vielen Betroffenen sind extrem kurz. Der Bundesverband Selbsthilfe Lungenkrebs e.V. sieht deshalb in der Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie kein Fehlverhalten, für das er sich auch noch entschuldigen müsste. Wir sind den einzelnen Unternehmen gegenüber sogar explizit dankbar und empfehlen den Kritikern dringend, ehrliche und offene gemeinsame Diskussionen zu führen. Hier ist die gesamte Gesundheitspolitik gefragt, nicht nur, wie in dem Artikel "Helfer mit Hintergedanken" recht einseitig dargestellt, die Pharmaindustrie und die Selbsthilfegruppen. Der Vorstand des Bundesverband Selbsthilfe Lungenkrebs e.V.
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